Makaria und der gesegnete Tod
Der Gedanke an die Unterwelt der griechischen Mythologie >>, erzeugt meist düstere Bilder: Der unerbittliche Gott Hades >>, der dreiköpfige Höllenhund Kerberos >> oder die finsteren Schattenreich-Flüsse. Doch die antike Mythologie kennt auch eine sanfte, tröstliche Seite des Lebensendes – nämlich personifiziert durch die Göttin Makaria.
Name
Ihr Name stammt vom altgriechischen Wort Makaría (Μακαρία) ab und bedeutet übersetzt „Glückseligkeit“. Während der Tod >> in vielen Darstellungen Schrecken >> verbreitet, steht Makaria für das genaue Gegenteil: Den gesegneten, gnädigen Tod.
Merkmale, Abstammung und Quelle
In der antiken Überlieferung agiert Makaria in der Unterwelt und wird gelegentlich auch den Daimonas (Dämoninnen oder schützenden Geistwesen) zugeordnet.
Abstammung: Als ihr Vater gilt Hades, der Herrscher der Totenwelt. Hinsichtlich ihrer Mutter wird vermutet, dass es sich um Persephone >> handelt – die Königin der Unterwelt und Göttin der Fruchtbarkeit.
Schriftliche Quelle: Makaria ist eine geheimnisvolle mythologische Figur. Sie wird exklusiv im byzantinischen Lexikon Suda (auch bekannt als „das Bollwerk“) erwähnt.
Die Belohnung für den Mut
Makarias Hauptaufgabe besteht darin, jenen Seelen Glückseligkeit zu schenken, die ein außergewöhnliches Leben geführt haben. Insbesondere Helden und Heldinnen, die sich mutig in Gefahr begeben und ihr Leben für eine höhere Sache opfern, werden von Makaria nach dem Tod belohnt. Statt in Verdammnis >> oder aber im Vergessen >> zu enden, geleitet oder bestimmt sie den Weg von Heroen und Heroines auf das Elysion >> – die sprichwörtliche Insel der Seligen >>.
Von der Mythologie zur Geografie: Die Makaronesischen Inseln
Der Einfluss der Göttin reicht weit über ihren Mythos hinaus - und zwar bis in die moderne Geografie. Makaria gilt als eponyme (namensgebende) Heldin für eine der faszinierendsten Inselregionen der Erde >>: Makaronesien.
Begriff Makaronesien
Der Begriff bedeutet wörtlich „gesegnete“ bzw. „glückliche Inseln“. In der Biogeografie bezeichnet Makaronesien eine Gruppe von Inseln vulkanischen Ursprungs im östlichen Zentralatlantik. Zu dieser Region gehören (von Nord nach Süd):
Azoren: Portugal
Madeira: Portugal
Sebaldinen: Portugal
Kanaren: Spanien
Kapverden: Unabhängiger Inselstaat
Vorstellung in der Antike
Schon in der Antike stellten sich die Menschen die Inseln jenseits der bekannten Welt als paradiesische Orte vor, an denen ein ewiger Frühling >> herrscht – genau das Richtige für eine Erholung im Zeichen der Göttin der Glückseligkeit. Makaria erinnert uns daran, dass der Tod in der Antike nicht ausschließlich als Ende betrachtet wurde, sondern für diejenigen, die mutig und ehrenhaft lebten, den Übergang in eine ewige, sonnige Glückseligkeit bedeuten konnte.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Gerne darf sich jeder per Kommentar beteiligen und ggf. relevante Links ergänzen.