Deimos: Dämon des Schreckens (Einleitung)
In der vielschichtigen Welt der griechischen Mythologie werden abstrakte menschliche Emotionen und Zustände oft in Form von mächtigen Wesenheiten oder Dämonen personifiziert. Zu den gefürchtetsten unter ihnen gehört Deimos, die Verkörperung des nackten Schreckens (altgriechisch Deímos = Schrecken). Als ständiger Begleiter des grausamen Kriegsgottes Ares symbolisiert er das lähmende Entsetzen und die Panik, die die Schlachtfelder der Antike heimsuchen. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Phobos, dem Gott / Dämon der Furcht, bildet er ein unzertrennliches Gespann, dessen bloße Präsenz ausreicht, um selbst den tapfersten Kriegern den Mut zu rauben.
Bild
Die antiken Überlieferungen zeichnen das Bild einer unbarmherzigen, dienenden Naturgewalt. Deimos wütete nicht nur an der Seite seines Vaters im Trojanischen Krieg, sondern griff in entscheidenden kosmischen Momenten sogar auf Geheiß des Göttervaters Zeus aktiv in den Kampf gegen das mächtigste Ungeheuer aller Zeiten ein. Der folgende Steckbrief fasst die wichtigsten Aspekte, familiären Bande und Mythen rund um diesen antiken Dämon des Schreckens zusammen.
Dämon Deimos: Steckbrief
Name: Deimos (altgriechisch: Δεῖμος)
Bedeutung des Namens: Schrecken
Wesenheit: Dämon / Personifikation des Schreckens
Lateinische / Römische Entsprechung: Terror >> (Timor)
Eltern (bekannteste Version nach Hesiods Theogonie)
Vater: Ares >> (Gott des grausamen Krieges, des Blutbades und der Gewalt >>)
Mutter: Aphrodite >> (Göttin der Liebe, Schönheit und sexuellen Begierde)
Hinweis: Da es viele antike Quellen gibt, wird die Elternschaft in der Mythologie nicht vollkommen einheitlich überliefert.
Bruder
Phobos >> (Dämon der Furcht – sein ständiger Begleiter; zusammen bilden sie das sprichwörtliche Paar „Furcht und Schrecken“).
Zuständigkeit, Funktion und Umfeld
Zuständigkeit und Funktion: Das Verbreiten von Schrecken und Panik auf dem Schlachtfeld.
Mythologisches Umfeld: Er agiert im direkten Umfeld von Ares, der Kriegsgöttin Enyo >> (blutiger Nahkampf) und Ker >> (Wesenheit des gewaltsamen Todes). Wenn Ares im Kampf verwundet wurde, war auch der Heilgott Paian >> Teil dieses Umfelds.
Bedeutende Mythen und Erzählungen
1. Der Trojanische Krieg und Diener des Ares:
In Homers Ilias wird geschildert, wie Deimos und Phobos an der Seite von Ares im Trojanischen Krieg >> wüteten. Die Brüder fungieren als treue Diener des Kriegsgottes: Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Ares die feurigen Pferde vor seinen mächtigen Kampfwagen zu spannen.
2. Der Kampf gegen Typhon (Zeus' Unterstützung):
Ein besonders spannender Mythos besagt, dass Zeus >> im zweiten großen Kampf gegen das schreckliche Ur-Ungeheuer Typhon >> die Hilfe von Phobos und Deimos suchte. Zeus ließ die beiden Dämonen aktiv mitkämpfen und stattete sie mit seinen eigenen göttlichen Waffen aus: Phobos erhielt die Blitzbündel, während Deimos den legendären Donnerkeil >> des Himmelsvaters führen durfte.
3. Vaterschaft der Skylla (Alternative Version):
Während die meisten Autoren das Meeresungeheuer Skylla >> als Tochter von Phorkys und der dreifaltigen Hekate >> ansehen, überliefert der antike geographische Verfasser Semos von Delos >> eine andere Geschichte: Demnach ist der Dämon Deimos zusammen mit Krataiis der Vater der Skylla. Sie sollen das Ungeheuer durch eine urgewaltige, dämonische Macht erzeugt haben.
Wichtige antike Literaturnachweise
Homer: Ilias (Bücher 4, 5, 13, 15)
Hesiod: Theogonie (Vers 934) und Der Schild des Herakles >>
Nonnos: Dionysiaka
Pausanias: Reisen in Griechenland >>
Kompletter Beitrag
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