Erythras und wie das Rote Meer an seinen Namen kam
Das Rote Meer fasziniert seit Jahrtausenden – nicht nur wegen der einzigartigen Unterwasserwelt, sondern auch durch die Geschichten und Mythen, die sich um dieses Meer ranken. In der griechischen Mythologie >> geht es um Erythras, einem König der Perser >>.
Der wilde Ritt des Königs: Wie Erythras dem Roten Meer seinen Namen gab
Manchmal schlägt das Schicksal >> auf ungewöhnliche Weise zu. Für den persischen König Erythras brauchte es eine Begegnung der wilden Art, um seinen Namen für immer in die Geografie einzubrennen.
Eine Löwin, entlaufene Pferde und ein Floß
Wie der antike griechische Geograph Agatharchides von Knidos >> in seinem Werk „Über das Rote Meer“ berichtet, ging die Geschichte auf eine Verfolgungsjagd zurück.
1. Die Flucht: König Erythras hielt eine Herde Pferde. Als eine wilde Löwin die Tiere aufschreckte, ergriffen sie die Flucht und schwammen in Todesangst auf eine Insel im Meer.
2. Der Mut des Königs: Erythras dachte nicht daran, seine wertvollen Pferde aufzugeben. Er baute kurzerhand ein Floß und wagte sich als erster Mensch überhaupt auf diese Überquerung.
3. Besiedlung und Nachruhm: Er rettete seine Herde, verliebte sich in die unberührte Insel und gründete dort sowie auf den benachbarten Eilanden Siedlungen.
Weil Erythras das Gewässer als Erster bezwang, benannte man das Meer nach ihm: Erythräisches Meer (Erythrà Thálassa >>). Da altgriechisch erythros (ἐρυθρός) übersetzt „rot“ bedeutet (bekannt aus der Medizin: Erythrozyten für die roten Blutkörperchen), wandelte sich die Bezeichnung im Laufe der Jahrhunderte in den heutigen Namen: Rotes Meer.
Das Grab unter den Palmen
Der antike Geograph Strabon berichtet, dass man sich das Grab des Erythras als einen riesigen Grabhügel vorstellte, auf dem Schatten spendende Palmen wuchsen.
Was ist das Rote Meer?
Geografisch betrachtet handelt es sich beim Roten Meer um ein echtes Schmuckstück der Natur – ein langes, schmales Nebenmeer des Indischen Ozeans.
Geografie und Lage: Es trennt den nordöstlichen Kontinent Afrika von der Arabischen Halbinsel. Am nördlichen Ende teilt es sich in den Golf von Suez und den Golf von Akaba, im Süden verbindet die Meerenge Bab al-Mandab das Rote Meer mit dem Indischen Ozean.
Kennzahlen
Länge: Ca. 2.240 km
Fläche: Ca. 438.000 km²
Maximale Tiefe: Ca. 3.040 Meter
Mose und das Schilfmeer
Im Alten Testament der Bibel (Exodus) teilt Mose das Wasser, um das Volk Israel zu retten. Im hebräischen Original ist von Jam Suf (Schilfmeer) die Rede, was oft mit dem Roten Meer gleichgesetzt wurde. Diese Gleichsetzung könnte falsch sein.
Fazit
Ob nun durch die Flucht entlaufener Pferde, den altgriechischen Begriff für die Farbe Rot oder uralte Überlieferungen – der Name Erythras lebt im Roten Meer bis heute fort.
