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Sintflut (Strafgericht)

Wenn Götter die Geduld verlieren: Die Sintflut und das Ende der Menschheit

Jeder kennt die Geschichte von Noah und seiner Arche aus dem Alten Testament der Bibel. Aber nicht jeder weiß, dass auch der mächtigste olympische Gott, Zeus >>, einst beschloss, die gesamte Menschheit auszurotten. In der griechischen Mythologie ist dieses gewaltige Ereignis als Deukalionische Flut bekannt – und die Geschichte dahinter steht der biblischen Sintflut in Sachen Drama in nichts nach!

Warum Zeus die Schnauze gestrichen voll hatte

Die Menschheit hatte sich vom göttlichen Pfad entfernt. Sie war gottlos geworden, missachtete die Gebote der Götter und lebte im Frevel. Ein wahrer Tiefpunkt der Verkommenheit waren die Söhne des Königs Lykaon >>. Während Götter - wie Athene >> und darüber hinaus auch Hermes >> - lieber von einer kompletten Ausrottung absahen, hielt Zeus nichts mehr zurück. Gemeinsam mit seinem Bruder Poseidon >> – der ohnehin Gefallen daran hat, Sterbliche zu vernichten – beschloss der Göttervater ein radikales Strafgericht.

Blitze oder Flut? Wie rettet man den Olymp?

Zunächst wollte Zeus die frevelhafte Menschheit schlicht mit seinen mächtigen Blitzen verbrennen. Doch glücklicherweise kam ihm rechtzeitig ein fataler Gedanke: Ein allzu gewaltiges Feuermeer könnte den Sitz der Götter selbst – den Olymp >> – in Brand stecken! Also verwarf er die Idee und entschied sich für das nasse Element:

1. Gefangene Winde: Zeus sperrte den kalten Nordwind Boreas >> in den Höhlen des Aiolos >> ein.

2. Entfesselte Unwetter: Er ließ den feuchten Südwind Notos >> frei, der die Wolken regelrecht auspresste.

3. Endloser Platzregen: Unaufhörlich gossen nun Wassermassen vom Himmel >> herab.

Als verängstigte Menschen versuchten, Schutzdämme zu errichten, kam Poseidon ins Spiel. Mit seinem gigantischen Dreizack >> durchstieß er die Dämme und gab den Wogen vollends freien Lauf. Selbst die Menschen, die sich auf hohe Bergspitzen flüchteten, konnten dem Schicksal >> nicht entgehen – da Felder versunken waren, verhungerten sie schlicht auf den Gipfeln.

Ein Paar auf einer Arche: Deukalion und Pyrrha

Nicht alle Menschen waren verkommen. Deukalion >> (der Sohn des vorausschauenden Titanen Prometheus >>) und seine Ehefrau Pyrrha >> (Tochter des Epimetheus >>) blieben gottesfürchtig und rein.

Arche

Vorab hatte Prometheus seinem Sohn Deukalion den entscheidenden Auftrag erteilt: Bau ein Schiff! Als die Flut die Welt verschlang, trieben Deukalion und Pyrrha auf ihrer Arche über die endlosen Wassermassen. Nach 40 Tagen harten Wütens, sah Zeus sein Werk vollendet. Er ließ das Getöse stoppen, Poseidon bändigte die Wogen - und die Arche lief auf einem Gebirge auf (in den Überlieferungen oft der Parnassos oder Othrys >>).

Das Wunder von den Steinen der Erde

Stell dir die Verzweiflung vor: Die Flut war vorbei, doch Deukalion und Pyrrha waren die absolut einzigen Überlebenden! In ihrer Einsamkeit wandten sie sich an den Tempel der Göttin Themis >>. Sie flehten die Göttin an, ihnen zu verraten, wie ein neues Menschengeschlecht entstehen könne. Die Antwort der Göttin klang mysteriös und schockierend zugleich:

„Verhüllet euer Haupt und werft die Gebeine eurer Mutter hinter euch!“

Sollten sie etwa die Gräber ihrer Mütter schänden? Erst nach langem Ratschlagen begriff Deukalion die Symbolik: Die Mutter aller Wesen ist die Nahrung spendende Erde >>, und ihre Gebeine sind die Steine! Sie verhüllten ihr Haupt und warfen Steine über ihre Schultern hinter sich. Und da geschah das Wunder:

Die harten Steine wurden weich, geschmeidig und nahmen langsam Gestalt an.

Aus den von Deukalion geworfenen Steinen entstanden Männer.

Aus den von Pyrrha geworfenen Steinen wurden Frauen.

Deukalion herrschte fortan als weiser König über dieses neu erschaffene Volk. Sein leiblicher Sohn Hellen >> wurde der Überlieferung nach zum Stammvater der Hellenen (Griechen). Heute wird Griechenland auch Hellas bezeichnet, in Anlehnung an den Stammvater Hellen. Deukalion und Pyrrha hatten noch mehr leibliche Kinder, z. B. Protogeneia >> (Zuerstgeborene).

Fazit: Ein Mythos, der die Menschheit verbindet

Ob deukalionische Flut in Hellas, die Arche Noah in der Bibel oder das Utnapischtim-Epos im alten Babylon >>: Die Geschichte einer gewaltigen Flut zieht sich durch zahllose Kulturen der Welt. Manche Forscher vermuten historische Naturkatastrophen - wie z. B. das Ende der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren - als gemeinsamen Kern dieser Sagen. Eines bleibt gewiss: Die Geschichte von Deukalion und Pyrrha erinnert uns daran, dass selbst nach dem tiefsten Schlamm und der vollkommenen Zerstörung >> wieder neues Leben entstehen kann.

Kompletter Beitrag

Das Strafgericht des Zeus: Die Sintflut >>

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