Erebos: Gott der Finsternis (Einleitung)
In der griechischen Mythologie markiert die Entstehung der Welt keinen geordneten Akt, sondern das Hervorgehen von mächtigen Urgewalten aus dem unendlichen Urzustand, dem Chaos. Erebos gehört als Gott der Finsternis zu diesen sogenannten Urgöttern der ersten Stunde. Nahezu zeitgleich mit anderen fundamentalen Kräften wurde er von Gaia, der Verkörperung der Erde, geboren, um der neugeborenen Schöpfung Tiefe und Schatten zu verleihen.
Trennung der Phänomene
Wichtig ist in der antiken Vorstellung die präzise Trennung von Phänomenen, die uns heute ähnlich erscheinen: Während Erebos die absolute, personifizierte Finsternis darstellt, wird die Nacht durch seine Schwester Nyx verkörpert. Gemeinsam bilden sie das Fundament der Dunkelheit in der Unterwelt, aus dem paradoxerweise – in der dualistischen Logik des Mythos – das Licht und der Tag erst geboren werden konnten. Erebos steht somit nicht nur für das Düstere, sondern ist ein essenzieller und unersetzlicher Baustein der kosmischen Schöpfung (Genesis).
Erebos: Steckbrief
Name: Erebos (altgriechisch: Ἔρεβος)
Deutsche Bedeutung: Dunkelheit, Schatten
Funktion / Rolle: Gott und Personifikation der Finsternis (insbesondere in der Unterwelt)
Göttergeneration: Urgötter / Protogonoi (Teil der Urschöpfung)
Herkunft / Geburt: Wurde von der Erdgöttin Gaia >> fast zeitgleich mit anderen Elementen aus dem Chaos >> heraus geboren.
Wohnort: Die Unterwelt
Geschwister, Partnerin und Nachkommen
Nyx >> (Göttin der Nacht)
Tartaros >> (Gott und Personifikation des Strafortes/der Hölle)
Eros >> (Gott der begehrlichen Liebe – gem. der Theogonie des Hesiod)
Partnerin: Nyx (seine Schwester)
Direkte Nachkommen (mit Nyx):
Hemera >> (Göttin des Tages)
Aither >> (Gott der Luft und des Lichts des oberen Himmels)
Weitere mögliche Nachkommen
Charon >> (der berühmte greise Fährmann)
Nemesis >> (Göttin des gerechten Zorns und der ausgleichenden Gerechtigkeit – laut einigen antiken Autoren)
Bedeutung im Mythos
Erebos repräsentiert die stoffliche Dunkelheit der Unterwelt. In anderen mythologischen Strömungen (wie der Gnosis) spielt die Finsternis zudem im Mythos der Sophia >> eine bedeutende Rolle.
Quellen
Hesiod, Theogonie (Verse 116–124)
Hyginus, Fabulae (Präfatio)
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