Aither: Seele der Welt (Einleitung)
In der griechischen Mythologie nimmt Gott Aither (auch Äther genannt) eine fundamentale Rolle bei der Entstehung und dem Erhalt der Existenz ein. Er verkörpert nicht bloß eine personifizierte Gottheit, sondern das essenzielle Element, welches das Leben auf der Erde überhaupt erst ermöglicht. Als „Seele der Welt“ stellt er die lebensnotwendige Luft zum Atmen bereit und personifiziert gleichzeitig das reine, strahlende Licht des oberen Himmels. Dieses göttliche Licht diente den späteren olympischen Göttern zur Orientierung und grenzte sich klar von der dichten, irdischen Luft ab. Aither verbindet den Kreislauf des Seins auf spirituelle Weise: Während der physische Körper nach dem Tod zur Erde zurückkehrt, fließt die menschliche Seele zurück in diesen unendlichen, kosmischen Äther.
Aither: Steckbrief
Name: Aither (altgriechisch: Αἰθήρ, deutsche Übersetzung: Äther)
Bedeutung und Hauptfunktionen: „Seele der Welt“. Stellt das grundlegende Element für das Leben auf der Erde (Atemluft) bereit. Verkörpert das klare, reine Licht des oberen Himmels, das den späteren Göttern zur Orientierung verhalf.
Eltern (nach Hesiods Theogonie):
Vater: Erebos >> (Gott der Finsternis)
Mutter: Nyx >> (Göttin der Nacht)
Eltern (nach der Kosmogonie der Orphiker):
Vater: Chronos >> (Gott der Zeit)
Mutter: Ananke >> (Göttin des unpersönlichen Schicksals)
Schwester (Hesiod): Hemera >> (Göttin des Tages)
Kreislauf des Todes: Wenn ein Mensch stirbt, kehrt sein Körper zur Erde (Gaia >>) zurück, wohingegen seine Seele zurück in den Aither fließt.
Wichtige antike Quellen: Hesiod (Theogonie 124), Cicero (De natura deorum 3,17), Orphische Argonautika 12, Aristophanes (Die Wolken 563) sowie Hyginus (Fabulae).
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