Griechische Mythologie und Antike

Interesse an der griechischen Mythologie in Kombination mit der Antike? Hier - in Kooperation mit der Seite https://www.mythologie-antike.com - wird jeder allumfassend darüber informiert. Immer schön schnell zur Startseite >> gelangen. Stets auf dem Laufenden bleiben? Alle News unter RSS und Atom Feed Reader Online >>. Worum geht es kurz und knapp? Siehe die kurze und knackige Beschreibung / Erklärung >> dazu. Damit alle Seitenaufrufe (auch die mit Smartphones / Iphones) meines Blogs korrekt gezählt werden, direkt an dieser Stelle ganz oben: Gelistet bei TopBlogs (Listung / Zähler bei topblogs.de [Webverzeichnis für Blogs]).

Gästebuch >>

Suche und werde fündig...

Posts mit dem Label Streit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Streit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Phonos (heimtückischer Mord)

Phonos und der heimtückische Mord: Einleitung

In der griechischen Mythologie sind nicht alle Gottheiten strahlende Gestalten der Glückseligkeit, Weisheit oder Schönheit. Ein Großteil des Pantheons besteht aus sogenannten Daimonas (Personifikationen), die die dunklen, unkontrollierbaren und erschreckenden Aspekte des menschlichen Daseins und der Natur verkörpern. Zu diesen finsteren Mächten gehört Phonos (oft auch im Plural als Phonoi auftretend), die personifizierte Gottheit des Mordes, des Totschlags und insbesondere des heimtückischen Meuchelmordes. Als Nachfahre der Zwietracht wandelt Phonos nicht im offenen Dasein, sondern er agiert im Verborgenen. Phonos symbolisiert das Grauen einer Tat, die nicht im ehrlichen Zweikampf geschieht, sondern durch Hinterhalt, Verrat und Heimtücke geprägt ist. Zusammen mit seinen Geschwistern bildet er das mythologische Fundament für Leid und Chaos, welches die Sterblichen untereinander anrichten.

Phonos: Steckbrief

Name: Phonos (altgriechisch: Φόνος = „Mord“, „Blutvergiesen“); oft auch im Plural als Phonoi (die Morde) genannt.

Römischer Name: Vorwiegend Occasus oder Letum (wobei diese oft allgemeiner mit dem gewaltsamen Tod >> verknüpft sind).

Wesen / Art: Daimon (göttliche Personifikation eines abstrakten Begriffs).

Zuständigkeitsbereich: Heimtückischer Mord, Meuchelmord, hinterhältiger Totschlag und das Vergießen von unschuldigem Blut außerhalb des regulären Schlachtfeldes.

Abstammung / Familie

Mutter: Eris >> (die Göttin der Zwietracht und des Streits).

Großmutter: Nyx >> (die personifizierte, urzeitliche Nacht).

Wichtigste Geschwister (Auswahl)

Androktasiai (das Gemetzel / die Männerschlächterei im Krieg >>)

Algea >> (Schmerzen)

Makhai >> (die Schlachten) und Hysminai (die Kämpfe)

Pseudea (die Lügen) und Dolos >> (die Täuschung / der Betrug, unterschiedliche Genealogien)

Lethe (die Vergesslichkeit, römisch Oblivio >> mit einer anderen Genealogie)

Dysnomia >> (Gesetzlosigkeit)

Ate >> (Verblendung)

Limos >> (Hunger)

Auftreten und Mythologische Bedeutung

Charakter und Natur: Phonos gilt als bösartig, unerbittlich und feige, da seine Domäne das Verheimlichen, der Giftmord, der Dolchstoß in den Rücken und der plötzliche Hinterhalt ist. Während seine Schwester Androktasia das laute Sterben im offenen Krieg symbolisiert, steht Phonos für das lautlose, heimliche Verbrechen im Schatten.

Wirkungsstätte: Er ist vor allem auf der Erde >> unter den Sterblichen aktiv, wo er Missgunst, Rachegefühle und mörderische Gedanken nährt. In epischen Erzählungen (wie dem Trojanischen Krieg >> bei Quintus von Smyrna) taucht er jedoch auch auf dem Schlachtfeld an der Seite seiner Mutter Eris und des Kriegsgottes Ares >> auf, um das Chaos und den Blutrausch anzuheizen.

Gegenpart: Sein moralischer Gegenpol ist Dike >> (die Göttin der Gerechtigkeit) sowie die Erynyen >> (die Rachegöttinnen), welche diejenigen unbarmherzig jagen und in den Wahnsinn treiben, die Phonos' Taten in die Realität umsetzen (insbesondere bei Verbrechen innerhalb der eigenen Familie, dem sogenannten Verwandtenmord).

Kompletter Beitrag

Der komplette Beitrag zum Steckbrief:

Phonos, Gott vom heimtückischen Mord >>

Limos (Hunger)

Limos und der Hunger: Einleitung

In der reichhaltigen Welt der griechischen Mythologie begegnen uns nicht nur strahlende Helden und erhabene Gottheiten, sondern auch düstere, personifizierte Natur- und Lebenserscheinungen. Zu diesen unheimlichen Wesenheiten gehört Limos (altgriechisch Λιμός), die göttliche Personifikation des Hungers und der Hungersnot. Limos ist kein wohlwollender Gott, dem Tempel errichtet wurden, sondern eine gefürchtete Macht, die Elend und Verderben über die Menschheit bringt. Als Kind der Zwietracht agiert er stets im Schatten des Leids und stürzt jene, die von ihm heimgesucht werden, in unstillbare Pein. Berühmtheit erlangte Limos insbesondere durch die literarischen Schilderungen in Ovids Metamorphosen, wo seine verheerende und unbarmherzige Natur – wie etwa beim grausamen Schicksal des Königs Erysichthon – eindringlich vor Augen geführt wird.

Limos: Steckbrief

Name (altgriechisch): Λιμός (Limós)

Bedeutung: Hunger, Hungersnot

Wesen / Funktion: Gott / Daimon (Dämon), der quälenden Hunger erzeugt und Hungersnöte über die Sterblichen bringt.

Mutter: Eris >> (Zwietracht, Zank, Streit und Konflikt).

Geschwister

Limos teilt sich die Abstammung mit zahlreichen weiteren finsteren Gestalten und Plagen der Menschheit, darunter:

Phonos >> (heimtückischer Mord)

Lethe: Daimona des Vergessens (römisch Oblivio >>, gemäß Hyginus andere Genealogie)

Ponos: Gott der mühsamen, quälenden Arbeit

Dysnomia >> (Gesetzlosigkeit)

Algea >> (Schmerzen)

Makhai >> (Kämpfe und Gefechte)

Charakter

Charakter und Wesen: Unbarmherzig, grausam, unersättlich. Er wird in den Mythen als durchweg fiese Gestalt beschrieben, die das Handwerk des Quälens meisterhaft beherrscht.

Bekannte Mythen

Das Schicksal der Charila: Einbindung in Mythen um Not, Armut und das tragische Schicksal des Waisenmädchens Charila >>.

Bestrafung des Erysichthon (nach Ovid): Auf Geheiß der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter >> nistet sich Limos in den Eingeweiden des gotteslästerlichen Königs Erysichthon >> ein. Dieser entwickelt daraufhin einen so unstillbaren, brennenden Hunger, dass er sein gesamtes Hab und Gut verzehrt und sich am Ende aus Verzweiflung selbst auffrisst.

Antike Quellen und Literatur der Neuzeit

Hesiod: Theogonie (Vers 227) – Nennung als Nachkomme der Eris.

Ovid: Metamorphosen (u. a. Buch 8, 777–784; 8, 788–791; 8, 815–820; 8, 875–884) – Ausführliche Schilderung seines unbarmherzigen Wirkens.

Wissenschaftliche Literatur: Adolf Schirmer: Limos. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 2,2, Leipzig 1897, Sp. 2052.

Kompletter Beitrag

Der komplette Beitrag zum Steckbrief:

Limos, der Gott des Hungers >>

Eris (Konflikt)

Eris und der Konflikt: Einleitung

In der griechischen Mythologie verkörpert Eris (altgriechisch Ἔρις) die personifizierte Naturgewalt des Konflikts. Sie ist die Göttin der Zwietracht, des Zanks und des Streits. Eris repräsentiert jene disruptive Kraft, die harmonische Gefüge ins Wanken bringt und Krieg >> entfesselt.

Wesen

Ihr Wesen zeichnet sich durch eine interessante Ambivalenz aus: In den antiken Epen (wie Homers Ilias) tritt sie als grausame, blutrünstige Gestalt auf, die auf Schlachtfeldern wächst und nicht selten als ständige Begleiterin oder Schwester des Kriegsgottes Ares >> beschrieben wird. Auf der anderen Seite erkannte bereits der Dichter Hesiod, dass es zwei Arten von Eris gibt: Die destruktive, die Kriege und Hass schürt, und eine produktive, „gute“ Eris. Letztere symbolisiert den gesunden Wettbewerb, den Neid auf den Erfolg des Nachbarn, der die Menschen anspornt, fleißig zu arbeiten und sich zu verbessern.

Weltruhm

Weltberühmt wurde sie vor allem durch eine einzige Tat: Die Erschaffung des goldenen Zankapfels, mit dem sie aus Rache für eine gesellschaftliche Ausgrenzung den Trojanischen Krieg >> auslöste.

Eris: Steckbrief

Name: Eris (altgriechisch: Ἔris = Streit, Zank)

Römisches Äquivalent: Discordia („Zwietracht“)

Gegenspielerin / Gegenstück: Harmonia >> (Göttin der Eintracht)

Zuständigkeitsbereich: Zwietracht, Streit, Chaos >>, Konflikt, Eifersucht, Kriegstreiberei; im positiven Sinne auch produktiver Wettbewerb und Wetteifer.

Abstammung (berühmteste Version)

Meistens gilt sie als Tochter der Nyx >> (der personifizierten Nacht), die sie ohne Vater gebar. Damit gehört sie zu den Urgewalten des Kosmos.

Berühmte Geschwister (in der Version Nyx als Mutter)

Hypnos (Schlaf), Thanatos >> (Tod), Nemesis (Vergeltung), die Moirai (Schicksalsgöttinnen).

Nachkommen

Sie ist die Mutter zahlreicher düsterer Abstraktionen (oft als Keres bezeichnet), darunter:

Dysnomia >> (Missgesetzlichkeit)

Ponos (Mühsal)

Lethe (Vergessen, lateinisch Oblivio >> [andere Elternschaft gemäß Hyginus])

Limos >> (Hunger)

Algea >> (Schmerz)

Hysminai und Machai >> (Schlachten und Kämpfe)

Phonoi >> and Androktasiai (Mord und Gemetzel)

Ate >> (Verblendung)

Orkos (Eid – der die Meineidigen straft)

Erscheinungsbild und Wesen

Die Metamorphose des Hasses: Eris wird oft als anfangs kleine, unscheinbare, hinkende oder zusammengeschrumpelte Frau beschrieben. Doch sobald es ihr gelingt, Neid und Missgunst unter den Menschen oder Göttern zu säen, wächst sie rasant an. Homer beschreibt, dass ihr Haupt schließlich den Himmel berührt, während sie auf der Erde >> wandelt.

Attribute: Der goldene Apfel („Zankapfel“), Fackeln, Dolche oder eine kriegerische Rüstung.

Der bekannteste Mythos: Der Zankapfel

Die berühmteste Erzählung rund um Eris ist der Auslöser des Trojanischen Krieges:

1. Die Kränkung: Zur Hochzeit >> des sterblichen Helden Peleus >> und der Meeresnymphe Thetis >> (den späteren Eltern von Achilleus >>) wurden alle Götter eingeladen – außer Eris, da man auf einem Hochzeitsfest keinen Streit wollte.

2. Die Rache: Beleidigt erschien Eris dennoch ungebeten und warf ein Geschenk unter die Gäste: Einen goldenen Apfel aus dem Garten der Hesperiden >> mit der Aufschrift: „Der Schönsten“ (τῇ καλλίστῃ / tē(i) kallistē(i)).

3. Der Streit: Die drei mächtigen Göttinnen – Hera, Aphrodite >> und Athene – beanspruchten den Apfel jeweils für sich. Zeus >> weigerte sich, das Urteil zu fällen und delegierte die Aufgabe an den sterblichen trojanischen Prinzen Paris (das Urteil des Paris).

4. Die Folge: Paris wählte Aphrodite, da sie ihm die schönste sterbliche Frau (Helena >>) versprach. Die Entführung Helenas nach Troja entfesselte schließlich den 10-jährigen Krieg um Troja. Eris hatte ihr Ziel erreicht.

Moderne Rezeption und Nachwirkung

Der Begriff „Zankapfel“: Bis heute ist der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch fest verankert für ein Objekt oder Thema, das einen großen Streit entfacht.

Astronomie: Nach ihr wurde der Zwergplanet Eris benannt. Dessen Entdeckung im Jahr 2005 führte zu einem massiven wissenschaftlichen Streit unter Astronomen, an dessen Ende Pluto der Planetenstatus aberkannt wurde. Der Zwergplanet Eris wurde somit zum realen Zankapfel der Astronomie.

Diskordianismus: In der Neuzeit ist Eris die Hauptgottheit des Diskordianismus, einer als Parodie begonnenen Philosophie und Religion, die das Chaos als ebenso wichtig und real wie die Ordnung ansieht.

Kompletter Beitrag

Der komplette Beitrag zum Steckbrief:

Eris, die Göttin der Zwietracht >>