Die weltberühmten neun olympischen Musen (Schutzgöttinnen der Künste)
In der griechischen Mythologie stehen die Musen (Moúsai) als Sinnbild für künstlerische Schöpfungskraft, Gesang, Dichtung und Wissenschaft. Ihr Einfluss reicht bis in unsere heutige Sprache: Begriffe wie Musik (ursprünglich mousikḕ téchnē, die „Kunst der Musen“) und Museum (abgeleitet von Museion, Heiligtümer der Musen) zeugen von ihrem dauerhaften Vermächtnis.
Der Anführer und die Herkunft
Göttervater und Mutter: Die neun olympischen Musen (auch Mnemoniden genannt) sind die Töchter des Zeus >> und dem Gedächtnis Mnemosyne >>.
Ihr Meister: Wer an die Musen denkt, nennt meist auch ihren „Chef“: Den Licht- und Kunstgott Apollon >>, der als ihr Vorsteher gilt.
Wohnsitz: Entgegen der häufigen Annahme residieren die Musen nicht direkt auf dem Olymp >>. Ihr eigentliches Zuhause liegt am Berg Helikon in Mittelgriechenland, wo sie nahe der heiligen, Apollon geweihten Quelle Hippokrene verweilen. Ein enger Wegbegleiter der Musen an diesem Ort ist Krotos >>.
Die 9 olympischen Musen und ihre Aufgaben
Die Namen der Musen wurden ursprünglich von Hesiod überliefert. Später wurden jeder von ihnen ganz konkrete Zuständigkeiten und Eigenschaften zugeschrieben:
1. Klio >> („Die Rühmende“): Muse der Geschichtsschreibung.
2. Euterpe >> („Die Erfreuende“): Muse der Lyrik und des Flötenspiels (insbesondere der Doppelflöte Aulos).
3. Melpomene >> („Die Singende“): Muse der Tragödie und des Trauergesangs.
4. Erato >> („Die Sehnsucht Weckende“): Muse der Liebesdichtung.
5. Terpsichore >> („Die Reigenfrohe“): Muse des Tanzes und der Chorlyrik.
6. Urania >> („Die Himmlische“): Muse der Astronomie und Sternkunde.
7. Thalia >> („Die Festliche“): Muse der Komödie und der unterhaltenden Dichtung (gilt auch als Mutter der Korybanten >>).
8. Polyhymnia >> („Die Hymnenreiche“): Muse des feierlichen Gesangs, der Rhetorik und des Leierspiels.
9. Kalliope >> („Die mit der schönen Stimme“): Muse der epischen Dichtung, der Rhetorik, Philosophie und Wissenschaft.
Merkvers aus der Literatur
Ein anonymer deutscher Dichter fasste die Aufgaben der neun Musen vor 1839 in folgende klassische Verse zusammen:
„Klio lehrt die Geschichte der Völker; tragische Spiele sind der Melpomene heilig, komische liebet Thalia; Schlachtgesänge tönt der Kalliope stolze Dromete; Tänzer beschützt Terpsichore, Flötenspieler Euterpe; Erato singet der Liebenden Glück; Urania wandelt unter den Sternen; Polyhymnia herrscht im Reiche der Redner.“
Weitere Musen und Sagen der Mythologie
Andere Musen-Gruppen: Neben den neun olympischen Musen kennt die antike Mythologie auch die Titanischen Musen (z. B. Melete >>), die Apollonischen Musen sowie die Pierischen Musen.
Der Gesangswettstreit der Pieriden: Die neun Töchter des Königs Pieros (die Pieriden >>) forderten die olympischen Musen wahnsinnigerweise zu einem Wettgesang heraus. Da sie jedoch nur mißtönende Klänge hervorbrachten und sich gegen die Göttinnen auflehnten, wurden sie zur Strafe von den Göttern in krächzende Elstern verwandelt.
Pyreneus >>: Dieser König versuchte einst tückisch, den Musen nachzustellen und ihnen Gewalt >> anzutun, woraufhin sich die Göttinnen entzogen.
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