Kreios: Titan des Südens
1. Herkunft und Einordnung
Name und Schreibweisen: Kreios (altgriechisch Κρεῖος), auch Krios (Κριός), lateinisch Crius.
Abstammung: Er gehört zu den 12 Ur-Titanen, die aus der Verbindung von Gaia >> (die Erde) und Uranos >> (der Himmel) entsprangen. Diese bilden das erste Herrschergeschlecht in der griechischen Mythologie.
2. Rolle als „Titan des Südens“
Mythos der Weltsäulen: Als Gaia ihren Sohn Kronos >> dazu anstiftete, den Vater Uranos zu entmachten (da Uranos andere Kinder wie die Hekatoncheiren >> und einäugigen Kyklopen >> in den Strafort Tartaros >> geworfen hatte), halfen die Brüder bei der Tat.
Während Kronos den Vater mit der Sichel entmannte, hielten vier Titanen-Brüder Uranos an den vier Enden der Welt fest, um Himmel und Erde dauerhaft zu trennen. Kreios hielt Uranos dabei aus dem Süden fest (zusammen mit Koios >> im Norden, Hyperion >> im Osten und Iapetos >>> im Westen).
3. Ehe und Nachkommen
Im Gegensatz zu vielen seiner Brüder heiratete Kreios keine seiner Titanen-Schwestern, sondern Eurybia >>, eine Tochter des Meeresgottes Pontos >>, die von Hesiod als Göttin mit einem „Herzen aus Stahl“ beschrieben wird. Aus dieser Ehe gingen drei bedeutende Söhne hervor:
Perses >>: Titan der Zerstörung und Verwüstung. Vater der mächtigen Magie- und Unterweltsgöttin Hekate >>.
Pallas >>: Titan der Kriegskunst und der rohen Kraft. Vater von Nike >> (Sieg), Kratos >> (Macht), Bia >> (Gewalt) und Zelos >> (Eifer).
Astraios >>: Titan der Abenddämmerung und des Sternenhimmels. Vater der Anemoi (die Windgötter Zephyros >> [Westwind], Boreas >> [Nordwind], Notos >> [Südwind], Euros >> [Ostwind]) und des Morgensterns >> (Eosphoros). Dabei ist die Morgenröte Eos >> die Mutter.
4. Titanomachie und Verbleib
Während des zehnjährigen Krieges >> zwischen den Titanen und den olympischen Göttern (Titanomachie) kämpfte Kreios auf der Seite der Titanen unter Kronos.
Nach der Niederlage gegen Zeus >> und die Olympier wurde Kreios im Tartaros (der mythologischen Hölle) eingesperrt, wo er seither von den Hekatoncheiren bewacht wird.
Antike Quellen und Referenzen
Hesiod: Theogonie (Zeilen 134, 375)
Bibliotheke des Apollodor: (1,1,4; 1,2,8)
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE): Artikel Kr(e)ios von Karl Scherling (Band II,1, Sp. 1705–1707).
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