Alala (Schlachtruf): Einleitung
In der facettenreichen Welt der griechischen Mythologie wurden nicht nur Naturgewalten und moralische Konzepte personifiziert, sondern auch die psychologischen und akustischen Dynamiken des Krieges. Eine solche Gestalt ist Alala (altgriechisch Ἀλαλά), die personifizierte Göttin des Schlachtrufs und Feldgeschreis. Als ständige Begleiterin auf den antiken Schlachtfeldern verkörpert sie den ohrenbetäubenden Lärm, der traditionell dazu diente, den eigenen Kampfgeist zu stärken und den Feind in Furcht und Schrecken >> zu versetzen. Sie steht damit exemplarisch für ein frühes Konzept der psychologischen Kriegsführung in der Antike.
Alala: Steckbrief
Name: Alala (altgriechisch: Ἀλαλά)
Bedeutung / Wesen: Göttin und Personifikation des Schlachtrufs (Feldgeschrei)
Kulturkreis: Griechische Mythologie (Antike)
Abstammung (Vater): Tochter des Polemos >> (Gott und Personifikation des Krieges)
Militärische Zuordnung: Psychologische Kriegsführung
Hauptfunktionen im Gefecht
Einschüchterung: Demoralisierung und Verunsicherung der gegnerischen Linien.
Gemeinschaft: Stärkung des gemeinsamen Kampf- und Korpsgeistes der eigenen Truppen.
Erkennung: Diente als akustisches Erkennungszeichen im Schlachtenlärm.
Mythologischer Hintergrund und literarische Quellen
Die Existenz und die familiäre Zuordnung von Alala sind vor allem durch die antike Chorlyrik überliefert:
Die Dithyramben Pindars: In einem erhaltenen Fragment aus den Dithyramben (festliche Hymnen, die dem Gott Dionysos >> gewidmet waren) des Dichters Pindar wird Alala explizit als Tochter des Krieges (Polemos) beschrieben.
Überlieferung durch Plutarch: Diese Erwähnung ist uns vor allem durch das Werk De gloria Atheniensium (Kapitel 7) des antiken Historikers Plutarch erhalten geblieben.
Lexikalische Erwähnung: Sie wird ebenfalls in Standardwerken der klassischen Altertumswissenschaft geführt, wie dem ausführlichen Lexikon der griechischen und römischen Mythologie von Wilhelm Heinrich Roscher sowie in Paulys Realencyclopädie (RE).
Historischer Kontext
Der reale historische Hintergrund, den Alala mythologisch verkörpert, ist das kollektive Kriegsgeschrei der griechischen Phalanxen. Beim Vorrücken auf den Feind stießen die Soldaten (wie beispielsweise die Athener) traditionell den Ruf „Alale!“ oder „Eleleu!“ aus. Dieser rhythmische, laute Lärm half den Kriegern, die eigene Todesangst zu überwinden, während er auf der Gegenseite eine lähmende psychologische Wirkung entfalten sollte.
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