Chariten: Einleitung
In der Welt der griechischen Mythologie gibt es unzählige Gottheiten. Die großen und berühmten Götter sind meist eher fragwürdig (viele schlechte Charaktereigenschaften). Untergötter / Untergöttinnen hingegen können das Leben durchaus bereichern. Zu den anmutigsten dieser Wesen gehören die Chariten (altgriechisch Chárites), im römischen Kulturkreis besser bekannt als die Grazien (gratiae). Als Personifikationen von Anmut, Schönheit und Lebensfreude verkörpern sie die ästhetischen und harmonischen Seiten des Daseins. Sie gelten als Sinnbild für das Feiern von Festen und stehen in engem Dienstverhältnis zu den großen Gottheiten wie Aphrodite, Hermes und Apollo. In der Kunst, Philosophie und Literatur hat sich über die Jahrhunderte hinweg fest das Bild einer unzertrennlichen Dreiheit etabliert, deren Name sich treffend vom altgriechischen Wort chara („die Freude“) ableitet.
Chariten / Grazien: Steckbrief
Name: Chariten (altgriechisch) / Grazien (römisch-lateinisch)
Bedeutung des Namens: Abgeleitet von altgriechisch chara („die Freude“) bzw. chairein („sich freuen“).
Status: Untergöttinnen der griechischen Mythologie; Dienerinnen der Hauptgötter.
Zuständigkeit / Aufgaben: Verkörperung und Schenkung von Lebensfreude, Anmut und außergewöhnlicher Schönheit. Begleitung und Ausrichtung von Festen und Feierlichkeiten.
Assistenz im Dienst von Hauptgöttern wie Aphrodite >> (Göttin der Liebe/Schönheit), Hermes >> (Götterbote) und Apollo >> (Gott der Künste).
Abstammung (Eltern)
Vater: Zeus >> (olympischer Göttervater)
Mutter: Eurynome >> (eine Meeresnymphe / Okeanide >>, Tochter von Okeanos und Tethys). Hinweis: Die Mythologie kennt auch andere Genealogien, dies ist jedoch die prominenteste Version nach Hesiod.
Die drei Haupt-Chariten und ihre Attribute
Euphrosyne >> – Die Frohsinnige (steht für Heiterkeit und Freude)
Thalia >> – Die Blühende (steht für Üppigkeit, z. B. beim ausgiebigen Feiern)
Aglaia >> – Die Strahlende (steht für den Glanz und die Pracht der Schönheit)
Sonstiges
Typische Darstellung in der Kunst:
Meist als drei außerordentlich schöne, leicht bekleidete oder gänzlich unbekleidete Frauen abgebildet.
Sie werden häufig in enger Verbundenheit dargestellt – sich gegenseitig umarmend oder sanft berührend.
Berühmtes Werk: Das Gemälde „Die drei Grazien“ von Raffael (Meister der italienischen Hochrenaissance).
Wichtige antike Quellen:
Hesiod (Theogonie)
Homer (Ilias)
Pausanias
Cornutus (De natura deorum)
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