Eunomia und die Gesetzgebung
In der griechischen Mythologie verkörpert Eunomia (altgriechisch Εὐνομία, übersetzt „gute Ordnung“ oder „Wohlgesetztheit“) eine fundamentale Stütze eines funktionierenden Staatswesens und eines geregelten Zusammenlebens. Sie gehört der zweiten Generation der Horen an – jenen Göttinnen, die im Gegensatz zur ersten Generation (welche primär den Jahreszeitenlauf symbolisiert) für die Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen und sittlichen Ordnung zuständig sind.
Stabiles Gemeinwesen
Als Tochter von Zeus, dem höchsten aller Götter, und Themis, der Titanin des göttlichen Rechts, verkörpert Eunomia die rechtliche Grundlage und die Gesetzgebung. Gemeinsam mit ihren Schwestern Dike (Gerechtigkeit) und Eirene (Frieden) bildet sie ein unverzichtbares Trio für ein stabiles Gemeinwesen: Erst durch gute Gesetze (Eunomia) kann Gerechtigkeit (Dike) gedeihen und dauerhafter Frieden (Eirene) gesichert werden. Eunomia wacht über das Befolgen der Gesetze und gilt als Hüterin des inneren Friedens. Ihre direkte mythologische Gegenspielerin ist Dysnomia, die Personifikation der Gesetzlosigkeit und Anarchie.
Eunomia: Steckbrief
Name: Eunomia (Εὐνομία)
Bedeutung des Namens: „Gute Ordnung“, „Wohlgesetztheit“
Mythologische Zuordnung: Hore >> der 2. Generation (Göttinnen der gesellschaftlichen Ordnung)
Zuständigkeit / Funktion
Gesetzgebung und Rechtmäßigkeit
Bewahrung von Gesetzen und guter Ordnung im Staat
Friedenshüterin
Eltern
Vater: Zeus >> (Göttervater)
Mutter: Themis >> (Titanin der Gerechtigkeit und der göttlichen Weltordnung)
Geschwister (Horen der 2. Generation)
Dike >> (Personifikation der Gerechtigkeit)
Eirene / Irene >> (Göttin des Friedens und des Wohlstands)
Mythologische Gegenspielerin
Dysnomia >> (Dämonin/Daimona der Gesetzlosigkeit und Anarchie)
Kult und Verehrung
Kultische Verehrung vor allem in Athen >>
Überlieferte Existenz von eigenen Priestern der Eunomia
Wichtige antike Quellen
Hesiod: Theogonie (Zeile 901)
Pindar: Olympische Oden (13, 6)
Bibliotheke des Apollodor (1, 3, 1, 1)
Hyginus Mythographus: Fabulae (183)
Diodor: Bibliotheke (5, 72)
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