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Donnerstag, 23. Juli 2026

Lyssa (wahnsinnige Wut)

Lyssa und die Story der wahnsinnigen Wut, heute Tollwut: Einleitung

Der Name Lyssa bildet eine erstaunliche Brücke zwischen der antiken Mythologie und der modernen Medizin. In der griechischen Mythologie steht Lyssa für die Personifikation der unkontrollierbaren, blinden Wut und des rasenden Wahnsinns. Heute begegnet uns der Name in der Medizin als wissenschaftlicher Fachbegriff für die Tollwut (medizinisch Lyssa oder Rabies). Die Wahl dieses Begriffs ist kein Zufall: Die Verhaltensveränderungen und die extreme neuronale Übererregung infizierter Tiere und Menschen (Aggressivität, Raserei, Halluzinationen) spiegeln exakt das Wesen wider, das den Altgriechen einst als Göttin des Wahnsinns galt.

Lyssa: Steckbrief

Name (altgriechisch): Lyssa (Λύσσα = „rasend“, im attischen Dialekt Lytta, Λύττα)

Römischer Name: Ira (lateinisch für „Zorn“ / „Wut“)

Wesen / Typus: Göttin bzw. Daimona (Personifikation) der wahnsinnigen, cholerischen Wut und Raserei

Zuständigkeit: Auslösung unbeherrschbarer, wütender Wutanfälle bei Menschen und Göttern

Eltern (nach Hyginus)

Mutter: Gaia >> (Erde)

Vater: Aither >> (Gott des Lichts / Element für Leben und Seele)

Geschwister (nach Hyginus)

Dolor >> (Schmerz), Dolos >> (Betrug/Täuschung), Aergia >> (Faulheit), Ultio >> (Rache), Oblivio >> (Vergesslichkeit/Amnesie), Timor >> (Angst/Furcht/Terror), Altercatio / Eris >> (Zank/Streit/Konflikt)

Erscheinungsbild / Dramatik: Tritt in antiken Dramen auf (z. B. bei Euripides im Drama Herakles >>, wo sie von Hera >> geschickt wird, um Herakles in den Wahn zu treiben) sowie bei Homer (Ilias 9,239; 9,304; 21,540).

Der medizinische Fachbegriff „Lyssa“ für Tollwut

In der Medizin bezeichnet Lyssa (Synonyme: Rabies, Hundswut, Wutkrankheit) eine gefährliche, von Tieren auf den Menschen übertragbare Infektion (Zoonose).

Erreger: Das Rabiesvirus bzw. Lyssavirus aus der Familie der Rhabdoviren.

Übertragung: Erfolgt hauptsächlich durch Bisse oder Speichelkontakt infizierter Tiere über Hautverletzungen.

Hauptüberträger (Vektoren)

Hunde gelten weltweit als der primäre Überträger auf den Menschen.

In Ländern wie den USA und Australien spielen vor allem Fledermäuse eine große Rolle.

Weitere typische Überträger sind Füchse, Waschbären, Stinktiere, Schakale und Mungos.

Krankheitsbild und Symptome

Der Erreger greift das zentrale Nervensystem an und löst eine akute Gehirnentzündung (Enzephalitis) aus.

Typische Symptome sind stark erhöhte Speichelproduktion, Schluckkrämpfe, Wasserscheu (Hydrophobie, Phobie wird von Phobos >> abgeleitet), Verwirrtheit, Atemlähmung und Phasen exzessiver Unruhe bzw. Aggressivität („Tollwut/Raserei“).

Sobald klinische Symptome auftreten, verläuft die Krankheit nahezu immer tödlich.

Epidemiologie

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich rund 59.000 Menschen an Tollwut/Lyssa.

Die am stärksten betroffene Region weltweit mit den meisten Todesfällen ist Indien.

Kompletter Beitrag

Der komplette Beitrag zum Steckbrief:

Lyssa, Göttin der wahnsinnigen Wut >>

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