Peitho: Erotische Überredung (Einleitung)
In der griechischen Mythologie verkörpert Peitho eine spannende Schnittstelle zwischen sprachlicher Überzeugungskraft und erotischer Anziehung. Als Personifikation der „erotischen Überredung“ kommt ihr eine ganz spezifische Aufgabe zu: Sie ist dafür zuständig, junge Mädchen dazu zu bewegen, ihre Zurückhaltung abzulegen und sich dem Liebesleben sowie sexuellen Begierden hinzugeben. Durch ihre Abstammung fest in den ältesten Göttergeschlechtern verwurzelt, agiert sie vor allem im Schatten mächtigerer Liebes- und Kommunikationsgottheiten und verleiht dem Moment der Annäherung eine göttliche Legitimation.
Peitho: Steckbrief
Name (altgriechisch): Πειθώ (Peithṓ)
Bedeutung des Namens: Überzeugung / Überredung
Wichtigste Funktion / Zuständigkeit: Göttin der erotischen Überredung (Überredung junger Mädchen, sich dem Sex bzw. der sexuellen Hingabe zu öffnen)
Geschlecht / Klassifikation: Okeanide >> (Meeresnymphe / Tochter des Okeanos)
Eltern, Zugehörigkeit und Gefolge
Vater: Okeanos >> (der mächtige Umkreiser der Erde >>)
Mutter: Tethys >> (Titanin und Meeresgöttin)
Zugehörigkeit / Gefolge: Dienst und Gefolge der Aphrodite >> (Göttin der Liebe, Schönheit und sexuellen Begierde)
Wird gelegentlich auch im Umfeld von Hermes >> (Götterbote und Gott der Beredsamkeit) gesichtet
Antike Hauptquelle: Hesiod, Theogonie (Vers 349)
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